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Chancen kultureller Netzwerke. Standortbestimmung der Österreich-Bibliotheken und ihre Perspektiven.
Konferenz der Österreich-Bibliotheken. Wien, 2.-4. September 2003 Veranstaltet vom Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten Österreichs
(Zu dieser Tagung s. "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens", Heft 1-2(21-22)/2002, 1-2(23-24)/2003, S. 720-722)
Bericht über die Tätigkeit der Österreich-Bibliotheken in Rumänien in den Jahren 2002-2003 Vorgelegt von Prof. Dr. George Gutu (Bukarest)
Im Jahre 1995 hielt Wolfgang Kraus, der Mitbegründer und Förderer der Österreich-Bibliotheken, in Bukarest auf unsere Einladung hin den Vortrag "Zwischen Trümmern und Wohlstand. Das literarische Leben in Österreich von 1945 bis heute". Nachdem er diesen Vortrag noch für die Veröffentlichung in der "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" lektorieren und korrigieren konnte, ereilte uns die Nachricht von seinem Ableben. Die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Menschen ist bei uns allen immer noch wach und beseelt uns in der Tätigkeit der Österreich-Bibliotheken in Rumänien. Auf Grund von bilateralen Vereinbarungen im Rahmen des rumänisch-österreichischen Kulturabkommens sowie von direkten Vereinbarungen des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Österreich mit einigen rumänischen Hochschuleinrichtungen sind z.Z. folgende Österreich-Bibliotheken in Rumänien tätig:
1. Die ERSTE ÖSTERREICH-BIBLIOTHEK IN
RUMÄNIEN wurde 1991 in
BUKAREST
gegründet. Sie wird vom Germanistischen Institut der
Universität Bukarest beherbergt und ehrenamtlich betreut und verfügt
gegenwärtig über einen Buchbestand von beinah 6000 Bänden, 60
Videokasetten, einen PC mit Internetanschluß, einen Drucker. Die
Bibliothek steht den Studierenden der Universität Bukarest, aber
auch allen Interessenten in der Hauptstadt zur Verfügung. An fünf
Wochentagen machen KollegInnen vom Germanistiklehrstuhl ehrenamtlich
jeweils 2 bis 3 Stunden Präsenz- und (teilweise) Ausleihdienst. 2. Im Jahre 1992 wurde auch mit der West-Universität in Temeswar eine Vereinbarung über die Gründung einer ÖSTERREICH-BIBLIOTHEK IN TEMESWAR abgeschlossen. Die dortige Bibliothek hat eine ständig angestellte Kraft, die sich bibliothekarisch betätigt. Der Buchbestand ist auf 6332 Bände angewachsen. Den Besuchern stehen Fernseh- und Videogerät, Kopierer, Telefon-/Faxgerät, 44 Tonträger, 3 CD-Roms sowie 65 Videokasetten zur Verfügung. Die gesamte Verantwortung übernahm die Germanistiklehrstuhlleiterin, Prof. Dr. Roxana Nubert. Für die konkrete Abwicklung der Präsenz sowie der Ausleihe ist Mag. Karin Dittrich verantwortlich. (Weitere Einzelheiten siehe http//:www.canad.ro/ggr/oersterbi6.htm)
3. Die ÖSTERREICH-BIBLIOTHEK
CLUJ-NAPOCA/KLAUSENBURG ist die jüngste in
Rumänien. Sie wurde am 4. März 2003 auf Grund eines Vertrages
zwischen der Babe?-Bolyai-Universität und dem österreichischen
Außenamt eröffnet. Die Räumlichkeiten der Bibliothek wurden von der
Babe?-Bolyai-Universität zur Verfügung gestellt. Hier findet der
Leser annähernd 5000 Bände, Rechner, Drucker, Fernseher, Video, DVD.
Als Sponsoren für diese Bibliothek tat sich insbesondere die
Regierung des Landes Oberösterreich hervor.
Alle Bibliotheken führen Bücher
(vorwiegend Austriaca), zwischen 10-18 regelmäßig gelieferte
österreichische Periodika, Diplom- und Magisterarbeiten mit
Österreich-Bezug, Videokassetten zur österreichischen Landeskunde,
Geschichte und Literatur. Der inhaltliche Schwerpunkt des Bestandes
der Österreich-Bibliotheken liegt im literaturwissenschaftlichen,
aber auch im Bereich der Geschichte, Landeskunde, Kunst. Hinzu
kommen die Bestände im Bereich Sprach- und Medienwissenschaften,
Psychologie, Philosophie, Musik. Es gibt relativ wenig Bücher auf
den Gebieten der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Durch den Einbau entsprechender Rubriken und Links in die Web-Seite der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens können seit 2000 Informationen über die in Rumänien tätigen Österreich-Bibliotheken sowie die Leitseite des österreichischen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten abgerufen werden. (Siehe http//:www.canad.ro/ggr) Alle drei Österreich-Bibliotheken in Rumänien wurden bzw. sollen - unter Beibehaltung ihres jetzigen Standorts - verwalterisch und eigentumsrechtlich den jeweiligen Universitätsbibliotheken angeschlossen werden. Dies geschah bereits bei der Temeswarer ÖB, ist bei der neugegründeten ÖB in Klausenburg voll im Gange und steht auch in Bukarest vor einer positiven Lösung, wobei Verhandlungen mit der Bukarester Zentralen Universitätsbibliothek weiterhin geführt werden. Die Buchbestände aller drei ÖBs sollen in die Datenbanken der UBs aufgenommen werden, um übers Internet abrufbar zu sein. Über einen betriebstüchtigen, von den jeweiligen Universitäten gelegten und betriebenen kostenlosen Internetanschluß verfügen gegenwärtig die Bukarester und Temeswarer ÖB, in Klausenburg wird in Kürze mit der Herstellung eines solchen Anschlusses gerechnet. Damit sollen die Voraussetzungen einer künftigen weltweiten Vernetzung aller Österreich-Bibliotheken geschaffen werden. Alle Räumlichkeiten der drei Österreich-Bibliotheken wurden hauptsächlich von der rumänischen und mit Unterstützung der österreichischen Seite mit entsprechenden Möbelstücken ausgestattet, um eine lesegerechte Atmosphäre zu schaffen. In Bukarest sollen demnächst weitere Regale eingebaut werden, um dem zunehmenden Buchbestand und der größer werdenden Nachfrage gerecht zu werden.
Diese Räumlichkeiten geben zugleich
auch den Rahmen ab für verschiedene Kulturveranstaltungen wie:
Lesungen von Autoren, Gastvorträge österreichischer und rumänischer
WissenschafterInnen und Kulturleuten, Diskussionsforen,
Musikveranstaltungen, Buchpräsentationen, Ausstellungen,
Fachtagungen, Arbeitskreise von Studenten, Masteranden und
Doktoranden, Begegnungsveranstaltungen mit diplomatischen und
Kulturträgern beider Länder. Wichtig sind vor allem die velfältigen
Aktivitäten und Kontakte im Rahmen der Österreichischen Kulturtage.
Die ÖBs finden im Kulturforum der österreichischen Botschaft in Bukarest einen zuverläßlichen Partner, der die gesamte Tätigkeit der ÖBs fördert und beratend begleitet. In Österreich pflegen alle Bibliotheken ausgezeichnete Beziehungen zur Österreichischen Gesellschaft für Literatur sowie zum Wiener Südosteuropa-Institut. Die ÖBs arbeiten außerdem mit rumänischen sowie ausländischen Kultur- und Bildungseinrichtungen wie Universitäten, Kulturinstituten, Gymnasien, mit Verbänden und Stiftungen sowie mit profilähnlichen Einrichtungen bzw. Bibliotheken eng zusammen, um ihre kultur- und bildungspolitischen Zielsetzungen zu erreichen.
Zu einer guten Tradition haben sich
die gemeinsamen Aktivitäten rumänischer und bulgarischer
Österreich-Bibliotheken entwickelt, was zu einer nicht gering zu
schätzenden Optimierung der anfallenden Kosten beiträgt. Ein weiterer Vorschlag wäre, Gespräche zu initiieren über die Gründung weiterer zwei Österreich-Bibliotheken in Rumänien - und zwar in Sibiu/Hermannstadt und in Iasi/Jassy. Alte Traditionen sowie das zunehmende Interesse für die Kultur, Literatur und Geschichte Österreichs wären triftige Gründe für die Realisierung dieses Vorschlags. Kerne solcher Einrichtungen gibt es bereits in beiden bedeutenden Städten. Es wäre empfehlenswert, die Arbeit der drei ÖBs in Rumänien besser zu koordinieren und eventuell die Herausgabe eines gemeinsamen Informationsbulletins in die Wege zu leiten, um Informationen über die eigene Tätigkeit der ÖBs sowie über Veranstaltungen, Publikationen etc. mit Östterreichbezug zugänglich zu machen. Von der Fülle der in den ÖBs organisierten Aktivitäten (die über die oben angegebenen Internetadressen in umfangreicherem Maße abgerufen werden können) verdienen einige besonders hervorgehoben zu werden:
- 2. Treffen der Vertreter und
Mitarbeiter aller Österreich-Bibliotheken aus Rumänien und
Bulgarien, Bukarest, 16.-17. März 2000 Die Österreich-Bibliotheken in Rumänien erweisen sich zusehends als wichtige Begegnungs- und Forschungstätten, die die traditionell engen, historisch gewachsenen vielfältigen Kontakte zwischen Rumänien und Österreich pflegen und zugleich die gegenwärtigen und künftigen Beziehungen beider Länder im gesamteuropäischen und weltweiten Kontext fördern und mitgestalten. Bukarest, den 6. Juli 2003
Im Auftrag der ÖBs in Rumänien,
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