Prof. Dr. George Guţu

[Unter Mitarbeit von Lekt. Drd. Marianne Koch]

Treffen – MEN, 15.09.2000

Kerngedanken der Ausführungen

- Historische Momente - Schwieirigkeiten durch das berüchtigte, gegen den Deutschunterricht gerichtete Angelescu-Gesetz in den 30er Jahren

- Heute: dagegen, Unterstützung durch den Minister - PROGRAMM ZUR AUSWEITUNG DES DEUTSCHUNTERRICHTS ALS MUTTER- UND ALS FREMDSPRACHE IN SCHULEN, LYZEEN UND AN HOCHSCHULEN

- Die Integration Rumäniens in die europäischen Strukturen setzt unter anderen die Erweiterung der Bemühungen voraus, die kommunikativen Fähigkeiten durch Beherrschung von europäischen Sprachen zu verbessern.

- aufgrund des Ministererlasses Nr.3205/1998 ausgearbeitet, entspricht der Strategie des rumänischen Bildungsministeriums, die die Förderung der Fremd- und Muttersprachen vorsieht. Dieses Programm gilt gleichzeitig als Umsetzung der Bestimmungen des Europarates, der das Jahr 2001 zum „europäischen Jahr der Sprachen" erklärt hat, ausgehend von der Idee der europäischen Bürgerschaft und von der notwendigen Erhaltung und Förderung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt Europas.

- An den Hochschulen: Germanistikstudium; verschiedene Studiengänge in deutscher Sprache oder eine dopppelte Ausbildung (d.h. Deutsch, plus eine andere Fachausrichtung) - durch enge Kontakte zu Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich

ABER: Schwierigkeiten in der Gegenwart (knapper Haushalt, schwacher Zustrom von neuen Studentinnen der Germanistik, veraltete, unzeitgemässe Aufnahmeprüfungsverfahren - an den staatlichen Hochschulen; Konkurrenz der privaten Hochschulen - zumindest in Bukarest.)

II.1. Umsetzung des Programms im Hochschulbereich

II.1.1. Erstausbildung von Lehrkräften mit guten Spachkenntnissen

- ständiges Wachsen der Studienplätze an Germanistikhochschulen, da der Mangel an ausgebildeten Lehrkräften die Hauptursache für das unzureichende Angebot von Deutsch im rumänischen Unterrichtswesen ist; ///Bemerkung: gegenwärtige Situation: BESORGNISERREGEND!!!///
- Einrichtung weiterer deutschspachiger Kollegstudiengängen, da zur Zeit unter den zahlreichen Neueinrichtungen dieser Art, nur diejenigen in Sibiu/Hermannstadt und in Caransebes, die unter der Schirmherrschaft der Babes-Bolyai Universität stehen, Grundschullehrer für Deutsch als Mutter- bzw.als Fremdsprache ausbilden; der Kollegstudiengang in Bistrita/Bistritz bildet Fachleute für die Tourismusbranche aus;

- Die Ausweitung der doppelten Ausbildung (d.h. Deutsch/eine andere Fachausrichtung), wie sie von der Babes-Bolyai Universität praktiziert wird. Das würde in zunehmendem Maße Lehrer ausbilden können, die in der Lage sind sowohl Deutsch als als auch andere Fächer auf Deutsch zu unterrichten.
- Die Auweitung der deutschsprachigen Studiengänge zwecks Ausbildung von deutschsprachigen Fachleuten stellt eine Notwendigkeit für das Unterrichtswesen, für die Forschung und für die Wirtschaft dar.

- Die Intensivierung der schon vorhandenen Zusammenarbeit zwischen rumänischen Universitäten und Universitäten in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich mit dem Ziel, die Erstausbildung der Lehrkräfte an europäische Standards anzupassen;
- Die Verwendung von Fernstudien für die Ausbildung von Deutschlehrern und für die Qualifikation von unausgebildeten deutschsprachigen Kindergärtnerinnen und Grundschullehrerinnen;

- Die Einrichtung von Kollegstudiengängen für die Abiturienten, die das Sprachdiplom II der Kultusministerkonferenz erlangt haben und die die Lehrerbefähigung anstreben, durch die Anerkennung von Leistungsnachweisen, (die sich hauptsächlich auf den Spracherwerb und den Umgang mit Texten beziehen); Bereiche, die abgedeckt werden müßten: Psychopädagogik, Methodik, Kinderliteratur;
- Die Einrichtung von Umschulungskursen durch die Zentren für Fernausbildung in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium und mit anderen dazu befähigten Institutionen, gemäß des neu geschaffenen gesetzlichen Rahmens.

II.1.2. Die Verbesserung der psychopädagogischen und methodischen Ausbildung der Lehrkräfte, mit dem Ziel der Qualitätssicherung im Unterrichtswesen

- Die Ausarbeitung - gemäß der Ministerverordnung Nr.5021/6.12.1999 - eines neuen Curriculums durch die Entscheidungsträger der Germanistiklehrstühle, das eine veränderte Vermittlung der Inhalte sichert für die angehenden Lehrer und für Studenten, die eine akademische Laufbahn anstreben;

- Die Erarbeitung eines neuen Rahmen-Curriculums für die psychopädagogische und methodische Erstausbildung der Deutschlehrer durch die Entscheidungsträger der Germanistiklehrstühle, die Anerkennung von Leistungsnachweisen zuläßt, gemäß der Ministerverordnung Nr.3345/25.02.1999, die Bestandteil der Ministerverordnung Nr.5021/6.12.1999 geworden ist;
- Die Ausbildung von Mentoren innerhalb der Universitätszentren, die sachkundig das pädagogische Praktikum der Studenten und der Junglehrer begleiten können;

- Die höhere Gewichtung des methodisch-didaktischen Praktikums im Rahmen der Definitivatsprüfung (eine Prüfung, die nach drei Jahren Unterrichtspraxis, die endgültige Unterrichtsbefähigung unter Beweis stellt). In diesem Kontext soll die Möglichkeit analysiert werden, dass die methodisch-didaktische Erstausbildung der Junglehrer bis zur definitiven Unterrichtsbefähigung verlängert werden soll. Gleichzeitig sollte das Stundendeputat der Junglehrer bis zur Definitivatsprüfung, wie in anderen europäischen Ländern, aus Unterrichtsstunden, aus Hospitationen und Unterrichtsanalyse sowie aus begleitenden methodisch-didaktischen Seminaren bestehen. Die befugten Direktionen des Bildungsministeriums werden in diesem Sinne, in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Bukarest, Sibiu/Hermannstadt und der Gesamthochschule Kassel (BRD) ein Pilotprojekt zur Durchführung dieses Vorschlags starten. Nachdem das Projekt durchgeführt und ausgewertet worden ist, wird man die Möglichkeiten der Umsetzung von positiven Ergebnissen auf die gesamte Erstausbildung auswerten müssen.

II.1.3. Die Ausbildung von deutschsprachigen Fachleuten

- Die Schaffung von Bedingungen, Deutsch während des Studiums weiter zu lernen und die im präuniversitären Unterrichtswesen erlangten Deutschkenntnisse zu vertiefen;

- Die Einführung von Deutsch an einer größeren Anzahl von Universitäten, und zwar auch für Anfänger;

- Die Einrichtung von Intensivkursen für Deutsch, an denen sich eine möglichst hohe Zahl von Studenten beteiligen soll;

- Die Verwendung der Sokrates- und Leonardo da Vinci-Programme des Europarates zur Herstellung von Kontakten mit Muttersprachlern;

- Die Ermutigung der Studenten zur Teilnahme an Sommerkursen.

a) Methodisch-didaktische Ausbildung der Studenten;

b) Praktikum der Studenten

c) Vorbereitung und Durchführung der Gradprüfungen; Definitivat und II. Grad

d) schulinspektoratsabhängige Förderung bzw. Nichtförderung des DU !!

 

a) Zukünftige Deutschlehrer werden an den Germanistklehrstühlen ausgebildet; eine zusätzliche Qualifikation, die von diesen Studenten erworben werden kann:

- Ausbildung geschieht im Rahmen des Praktikumsamtes der Fakultät; Departamentul pentru pregatirea personalului didactic

- Laut Ministerialerlaß Nr. 3345 vom 25.02.1999 umfaßt der Vorbreitungszyklus neben

- Psychologie (1 Wo/Std.Vorlesung, 2 Wo/Std. Seminar, ein Jahr lang)

- und Pädagogik (2 Wo/Std. Vorlesung, 1 Wo/Std. Seminar, ein Jahr lang)

- auch Methodik des DU (1 Wo/Std. Vorlesung, 2 Wo/Std. Seminar, ein Jahr lang)

- Bemerkung: kein Seminar; unzureichende Anzahl der Stunden!!!

- Notwendigkeit des Umdenkens der Inhalte und Formen in der Ausbildung :

i. Anpassung an die Bedürfnisse eines kommunikativen Fremdsprachenunterrichts auch in den rumänischen Schulen

ii. neue Zielsetzung (kommunikativer Fremdsprachenunterricht, interkulturelle Aspekte und Ansätze), d. h. neue Gewichtung und neuer Stellenwert der Fertigkeiten, nicht nur rezeptive (Lesen und Hören) vor allem die produktiven (Sprechen und Schreiben) müßen gefördert werden, sowie der landeskundlichen Aspekte

iii. praxisorientierte Vorgehensweise, Modellcharakter der Vorlesungen, bzw. Seminare (wenn es sie nur gäbe!) bzw. durchführung von Workshops, Microteaching, um dadurch klassennahen Unterricht zu simulieren

iv. neue Arbeitsformen (Unterrichtsmethoden, wachsende Bedeutung der Lerntechniken und Lernstrategien im Sinne eines neuen Konzepts, des "Lebenslangen Lernens" (Bemerkung: des ständigen Dazulernens, des Nie-Auslernens!!)

- Wie kann das geschehen?

Grundlage für die methodisch-didaktische DaF-Ausbildung bilden die Fernstudieneinheiten, herausgegeben vom Goethe-Institut, der Gesamthochschule Kassel und dem Institut für Fernstudium an der Universität Tübingen.
Durch ihren Einsatz an den verschiedenen Universitäten kann die Grundausbildung vereinheitlicht (oder zumindest koordiniert) werden und den Bedürfnissen eines modernen Fremdsprachenunterrichts angepaßt werden.

b) Bedeutung des Fachdidaktischen Praktikums

- dies ist der Bereich in dem eine enge Zusammenarbeit zwischen erfahrenen Lehrern aus den Schulen und den Germanistiklehrstühlen notwendig ist !!!!

- Laut Ministerialerlaß; 2 Semester lang, 4 Wo/Std. , mit der Empfehlung, im 2. Semester es als Kompaktpraktikum durchzuführen
- Dieses Praktikum wird in den sogenannten Pilotschulen, oder ausgewählten Praktikumsschulen durchgefürhrt, wo die Studenten von besonders gut ausgebildeten Lehrern betreut werden, wo sie die Möglichkeit haben, Modellunterricht zu sehen, neue Lehr- und Lernformen kennenzulernen.

- Die Studenten werden hier in die eigentlichen Probleme des Unterrichts eingeführt

- sie lernen Lehrpläne und Schulbücher kennen

- sie lernen verschiedene Verfahren kennen, erkennen und analysieren fachspezifische Lernschwierigkeiten der Schüler

- Die Praktikumslehrer, auch Mentoren genannt, leiten die Studenten zur Beobachtung des Unterrichts an, geben Anleitungen und sind behilflich bei der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der eigenen Unterrichtsversuche.

c) Vorbereitung und Durchführung der Gradprüfungen

- Diese Aufgabe obliegt noch immer den Universitäten, bzw. den einzelnen Germanistik-Lehrstühlen im Land.

- Auch hier müßte ein Prozeß des Umdenkens stattfinden. Ein erster Schritt wurde getan: es wurden neue Curricula zur Weiter- bzw. Fortbildung der DL entwickelt, und das aufgrund der Vorschläge, die von den einzelnen Lehrstühlen aus dem Land an das MEN eingereicht wurden. Wir hoffen, daß dadurch schon ein wichtiger Schritt in Richtung Vereinheitlicheung der Anforderungen an den einzelnen Lehrstühlen erreicht wird. (Treffen der Lehrstuhlleiter, Methodiklehrkräften, Schulinspektoren angestebt…. !!!)

- Das neue Curriculum weist einen stärkeren unterrichtspraktischen Bezug auf

- auch die Themenaufstellung in den letzten Jahren weist darauf hin, daß man bemüht ist, bei diesen Prüfungen nicht nur Sachwissen abzufragen, sondern den Transfer auf die eigene Unterrichtspraxis, die konkrete Arbeit in der Klasse zu gewährleisten/zu fördern.

- Einen besonderen Beitrag in diesem Sinne leisten auch die Fortbildungsveranstaltungen, die von den vom Goethe-Institut ausgebildeten Multiplikatoren in verschiedenen Städten des Landes angeboten werden.

- Einen besonderen Stellenwert haben die Fortbildungßeminare des Goethe-Instituts, die in Bukarest aber auch in anderen Ortschaften des Landes, vorwiegend im Fortbildungszentrum in Medias durchgeführt werden, sowie jene der anderen deutschen Mittlerorganisationen wie Kultur Kontakt Austria, die ZfA (Zentralstelle für Auslandsschulwesen)

- Nicht zu vergessen, die Fortbildungsseminare des Goethe-Instituts in Deutschland, zur Methodik und Didaktik des DU, zu Landeskunde und dem Einsatz von modernen Medien im Unterricht, wie Video und Computer u.a.

- Zu erwähnen wäre auch das Qualifizierungsprogramm, das die Universität Bukarest in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut schon zum zweiten Mal durchführt. Durch diese 2 jährigen Qualifizierungskurse werden unqualifizierte Deutschlehrer, die aber einen Hochschulabschluß (in einem anderen Fach) haben durch Fernstudium zum Deutschlehrer ausgebildet. Die Grundlage bilden auch hier die schon erwähnten Fernstudieneinheiten.

- Unsere Absicht/des Lehrstuhls ist es, den Lehrern, die sich auf diese Püfungen vorbereiten wollen, eine Reihe von Veranstaltungen zu bieten, durch die auch die unterrichtspraktische Erfahrung der DL einbezogen werden soll (und kann).

- Für (positive) Anregungen wären wir Ihnen dankbar!

d. Schulinspektoratsabhängige Aspekte:

- Nichtförderung des Deutschunterrichts

- Streichung von Deutschlehrerposten

- Einstellung von Seiten der Leiter der Kreisschulinspektorate

Die Einladung von Vertretern der Universitäten, die auf meine Anregung nun erfolgt, stellt zugleich auch den Beginn der Tätigkeit eines neuen Konsultativorgans, d.h. des Arbeitskreises für Methodik und Didaktik des DU, dar. Bei diesem ersten Treffen gilt es prinzipiell, uns gegenseitig kennenzulernen, die Sorgen und Probleme sowohl im Hochschul- als auch im Vorschochschulbereich zu erkennen und zu analysieren, um gemeinsam nach optimalen Lösungen zu suchen.

Als erste mögliche Zielstellung wäre das erwähnte TREFFEN der Germanistiklehrstuhlleiter, der GGR, Methodiker und der Vertreter der Inspektorate sowie des Deutschlehrerverbandes und des Goethe-Instituts, um sich über curriculare Fragen der grundständigen Ausbildung sowie der Weiterbildung (Definitivat, II. und I. Grad) zu unterhalten und einen orientativen Vorschlag mehr oder weniger verbindlichen Charakters auszuarbeiten. Diese Beratung sollte gut vorbereitet werden und etwa Anfang Februar 2001 stattfinden.

Bedeutung dieses ersten Treffens von Vertretern der Grund- und Mittelschullehrern sowie Hochschullehrern!!! Dies soll ein guter neuer Beginn in der Zusammenarbeit beider Bereiche sein!!!

 

www.e-scoala.ro

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