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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens: Über Fragen der Germanistik in Rumänien und die Aufgaben des Fachverbades Deutscher Germanistentag, München, 12.-15. September 2004
1) Historische Entwicklung Der Deutschunterricht blickt in den rumänischen Gebieten auf eine mehr als 300jährige Geschichte zurück. Die germanistische Ausbildung wurde 1875 in Czernowitz, etwa 1905 in Bukarest, 1907 in Jassy und 1921 in Klausenburg hochschulisch institutionalisiert bzw. neugegründet. 1929 wurde die "Societatea Germaniştilor Români" (Gesellschaft rumänischer Germanisten) gegründet, die 1930 und 1931 zwei Kongresse der rumänischen Deutschlehrer und Germanisten abgehalten hat. Seit 1931 gab sie die "Revista Germaniştilor Români" (Zeitschrift Rumänischer Germanisten) heraus, die Aufgaben und Leistungen der Germanistik in Rumänien in vielfältiger Weise dokumentiert. Sehr starke Impulse vermittelten der Deutschunterricht und die germanistische Forschung der deutschen Minderheit in Rumänien, die zahlreichen Publikationen und wissenschaftlichen Abhandlungen sowie die auch heute noch wirksame und weltweit anerkannte rumäniendeutsche Literatur, die von einer hervorragenden interkulturellen und kulturvermittelnden Leistung Zeugnis ablegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der Deutschunterricht und der germanistische Betrieb 1946 wieder aufgenommen. Die schulische Ausbildung, die publizistische Tätigkeit sowie ein echter deutschsprachiger Literaturbetrieb erreichen in den 60er und 70er Jahren einen auch im Ausland vielbeachteten Höhepunkt. Die ideologische Bevormundung konnte im deutschsprachigen Kulturbetrieb in Rumänien öfters durchbrochen werden, auch wenn staatlich gelenkte Maßnahmen dem gesamten Fremdsprachenunterricht in Rumänien großen Schaden zufügte. Erst nach der Wende 1989 konnte sich 1990 die "Gesellschaft der Germanisten Rumäniens" gründen. 1992 erschien das erste Heft der "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens". 1994 wurde die Tradition der Germanistenkongresse nach einer 62 Jahre langen Unterbrechung wiederaufgenommen: 1994 fand der III., 1997 der IV., 2000 der V. und 2003 der VI. Kongreß der Germanisten Rumäniens unter zahlreicher in- und ausländischer Beteiligung (durchschnittlch 200 TeilnehmerInnen mit über 100 Vorträgen) statt. Seit 1997 gibt die GGR die Buchreihe „GGR-Beiträge zur Germanistik” heraus, in der bislang 14 Bände erschienen sind. Seit 1996 ediert die GGR eine informativ sehr lebendige, ausführliche eigene Homepage, die 2004 in neuer graphischer Aufmachung moderner und inhaltsreicher geworden ist (siehe www.ggr.ro). Sie erwies sich im Laufe der Jahre als besonders wirksames und geeigneter Kommunikationskanal der rumänischen Germanisten zu ihren auslands- und inlandsgermanistischen KollegInnen. 2) Die unterrichtspolitische Grundlage von Deutschunterricht in Rumänien
a)
Stellenwert des Deutschunterrichts
b)
Haltung der Behörden
c) Entwicklungen nach der Wende bis heute Die endneunziger Jahre verzeichneten jedoch eine deutliche Abnahme der Studierendenzahlen, wobei das Desinteresse rumänischer Regierungseinrichtungen zum allmählichen Abbau der Deutschlehrerstellen an den Schulen führte.
Die GGR
hat ständige Vesuche unternommen, die rumänischen
Verantwortungsträger sowie deutsche Stellen in Rumänien und in
Deutschland für die kritische Situation des Deutschunterrichts in
Rumänien zu sensibilisieren. Die zwar stark zusammengeschrumpfte,
jedoch effiziente Präsenz der deutschen Minderheit und des
DaM-Unterrichts ist eine rumänienspezifische Gegebenheit, die das
Interesse für Deutsch als Fremdsprache fördert. DaM- und
DaF-Unterricht müssen nach Ansicht der GGR Hand in Hand gehen und
einander fördern. Als besondere Leistung der GGR und der rumänischen Germanistik gilt der weitgehende Anschluß an gegenwärtige, moderne Unterrichts- und Forschungsmethoden, die Festigung und Vervielfältigung grenzüberschreitender, agonaler Beziehungen zu europa- und weltweit bedeutenden FachkollegInnen, -verbänden, und -einrichtungen. 2) Die Verbandsgrundlage
a)
Proportionale Mitgliedszahl, Struktur
b)
Status
c)
Gespächspartner von Behörden Jüngste Initiativen sind die an den Bildungs- und an den Außenminister gerichteten Schreiben, in denen eine erhöhte Aufmerksamkeit offizieller Einrichtungen für den Fremdsprachen-, besonders für den Deutschunnterricht gefordert werden. Zugleich fördert die GGR den Ausbau von Forschungs- und Publikationsmöglichkeiten für DeutschlehrerInnen und GermanistInnen in ganz Rumänien. 3) Schwerpunkte der nationalen Verbandsarbeit a) Hauptaufgaben "Die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens vereint Fachleute auf dem Gebiete der Germanistik und ist eine Organisation mit wissenschaftlichem Charakter, deren Ziel es ist, Folgendes zu fördern: a) die germanistischen Untersuchungen (Linguistik, Literatur, Kultur und Zivilisation im deutschen Sprachraum sowie in den Ländern, in denen deutschsprachige Bevölkerungen historisch, aufgrund von schriftlich festgehaltenen Dokumenten ihre eigene geistige Individualität bekundet haben) b) Studien und Forschungen zu intergermanistischen oder Interferenzerscheinungen mit anderen geistigen Räumen, einschließlich des Raums rumänischer Kultur und Zivilisation; c) germanistische Studien zu methodologisch-didaktischen Fragen; d) wissenschaftliche Kontakte zwischen den Germanisten Rumäniens und des Auslands." (Statut der GGR, Art. 2)
b)
größte Probleme Die GGR entwickelt ständig ihre internationalen Kontakte mit Fachverbänden der Inlands- und Auslandsgermanistik und erweist sich als Initiator zahlreicher Projekte der zusammenarbeit in Europa und in der Welt.
c)
größte Erfolge
d)
bedeutende Vorhaben - 3.-5. Dezember 2004: MOE-Tagung zum Thema "Deutschlehrerausbildung an Hochschulen aus der Perspektive des Bologna-Prozesses" (zus. mit dem DAAD) - 10.-11. November 2005: 100. Jubiläum des Germanistiklehrstuhls der Universität Bukarest (wissenschaftliche Tagung; Herausgabe eines Bandes zur Geschichte der Germanistik in Rumänien mit Schwerpunkt Bukarest; Ausstellung Germanistik in Bukarest) - Mai 2006: VII. Kongreß der Germanisten Rumäniens, Temeswar/Timişoara - Einrichtung eines Forschungszentrums für deutsche Sprache und Literatur in Rumänien an der Universität Bukarest. - Beginn der Herausgabe der ersten Bände der Nationalen Ausgabe von Ausgewählten Werken Johann Wolfgang Goethes in rumänischer Übersetzung (18 Bände).
4) Vorschlag der GGR auf dem Deutschen Germanistentag, München 2004 Im Bewußtsein ihrer kulturvermittelnden Tätigkeit als aktiver Auslandsgermanistik, die ihre eigene historisch gewachsene Tradition als Teil europäischer Kultur- und Bildungstraditionen begreift, regt die GGR die Gründung einer Verbindungsgruppe der Europäischen Germanistikverbände an, die die Kommunikation und Information zwischen den auslands- und inlandsgermanistischen Fachverbänden reger gestalten und die einzelnen medienwirksamen Mittel (Publikationen, wissenschaftliche Tagungen sowie Homepages) vernetzen helfen soll. Dem Gremium könnten Vertreter einiger der aktivsten Germanistenverbände in Europa angehören, die über die europäische Kommunikation hinaus auch die weltweiten Kontakte mit außereuropäischen Fachverbänden der Germanistik herstellen und aufrechterhalten soll. Dadurch könnten Gemeinsamkeiten und Eigentümlichkeiten besser zur Geltung kommen und das gegenseitige Kennenlernen gefördert werden. Zugleich könnten aktuelle, zukunftsweisende Aufgabenstellungen besser definiert und Vorschläge und Anregungen zu deren Lösung unterbreitet werden.
Bukarest, den 8.9.2004 Für die GGR
Prof. Dr. George Guţu Präsident der GGR, Leiter des Germanistiklehrstuhls der Universität Bukarest
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