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Brücken schlagen. Studien zur deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts Festschrift für George Guţu Herausgegeben von Anton Schwob, Stefan Sienerth und Andrei Corbea-Hoisie IKGS Verlag, München 2004 (490 Seiten) ISBN 3-9808883-6-3
Zu diesem Band (S. 9-10) Die in diesem Band vereinigten Studien und Abhandlungen sind zum überwiegenden Teil als Referate auf dem VI. Kongress der rumänischen Germanisten (26.-29. Mai 2003) in Hermannstadt/Sibiu präsentiert worden. Rund 250 Teilnehmer aus Rumänien und aus dem Ausland - hauptsächlich aus Deutschland und Österreich, aber auch aus anderen Ländern West-, Mittel- und Osteuropas, ja sogar aus Georgien, Süd-Korea und Japan - waren der Einladung gefolgt, um einer interessierten wissenschaftlichen Öffentlichkeit ihre Arbeiten zu den verschiedensten germanistischen Themen und Fachrichtungen vorzulegen. Darüber hinaus tauschten sie Erkenntnisse und Erfahrungen aus Forschung und Lehre aus, beteiligten sich an Diskussionen, nahmen an Schriftstellerlesungen und Gesprächsrunden teil und wirkten an dem von der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und dem Hermannstädter Germanistiklehrstuhl veranstalteten Rahmenprogramm mit. Das Themenspektrum erstreckte sich im literaturwissenschaftlichen Bereich von der mittelalterlichen Literatur über die Goethezeit und die Moderne bis zu den Schriftstellern der Gegenwart und den deutschen Regionalliteraturen in Südosteuropa. Den Kernpunkt dieses Bandes bilden
die Beiträge, die in der Sektion "Deutsche Regionalliteraturen in
Rumänien" vorgelegt wurden, welche das Institut für deutsche Kultur
und Geschichte Südosteuropas (München) betreute. Als Rahmen hatten
die Veranstalter das Thema "Deutsche Regionalliteratur im regionalen
Erfahrungs- und Kontaktraum" vorgeschlagen und dabei an jene
Provinzen Südosteuropas gedacht, in denen neben der Literatur der
Mehrheitsvölker im Laufe mehrerer Jahrhunderte auch ein Schrifttum
in deutscher Sprache mit unterschiedlichem Erfolg und künstlerischem
Potenzial seine Existenz zu beweisen versuchte. Der Großteil der
Referenten - in diesem Buch wurden sie im ersten Teil gebündelt -
schenkte seine wissenschaftliche Aufmerksamkei Paul Celan, seinen
Zeitgenossen und jenen Schriftstellern der Bukowina, die aufgrund
der künstlerischen Qualität ihrer Werke bereits zum Kanon der
gesamtdeutschen Literatur gehören. In einer Vielfalt von
Fragestellungen und methodischen Zugängen wurden - im zweiten Teil
dieser Veröffentlichung können diese Abhandlungen nun gelesen werden
- auch die Texte einer ganzen Reihe weiterer deutschsprachiger
Autoren dieser Regionen analysiert. In den Beiträgen zur Geschichte
der deutschen Literatur auf dem Gebiet Rumäniens werden theoretische
Beschreibungsmodelle und literarhistorische Überblicksdarstellungen
angeboten, Analysen zu Einzelaspekten dieser Literatur vorgenommen.
Nachgegangen wird auch den Beziehungen südostdeutscher
Schriftsteller zu den anderssprachigen Literaturen dieses Raumes,
die Nähe einiger dieser Autoren zu den totalitären Ideologien des
20. Jahrhunderts wird ebenso untersucht wie die evidenten bzw.
verdeckten Protesversuche anderer. Alle Beiträge dieses Bandes sind von Wissenschaftlern und Publizisten verfasst worden, die dem Spiritus rector der Hermannstädter Tagung, dem bekannten Literaturwissenschaftler Prof. Dr. George Guţu, Leiter der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und des Bukarester Lehrstuhls für deutsche Sprache und Literatur, beruflich und menschlich nahe stehen. Ihm ist diese Studiensammlung als Festschrift zum 60. Geburtstag, den er am 16. März 2004 beging, gewidmet. George Guţus Verdienst ist es, die Germanistik in Rumänien nach dem politischen Umbruch der 1990er Jahre, die durch den Fortgang zahlreicher Universitäts-, Gymnasial- und Volksschullehrer aus den Reihen der deutschen Minderheit geschwächt wurde, neu aufgebaut und ihre Position im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts und in der kulturellen Landschaft Rumäniens gefestigt zu haben. George Guţus Initiativen in dieser Richtung, seine zahlreichen wissenschaftlichen und publizistischen Arbeiten werden am Ende dieses Buches aufgelistet, eine Tabula gratulatoria, die seine vielfachen Beziehungen zu Forschern in der ganzen Welt belegt, rundet den Band ab. Graz, Jassy/Iaşi, München
Die Herausgeber
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