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Bericht
auf der II. Landeskonferenz
der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens
Bukarest, den 3. Juni 1995
Vorgelegt von Univ.-Prof. Dr. George Gutu,
Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens
Werte
Kolleginnen und Kollegen!
5 Jahre
sind seit der Gründung der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens
vergangen. Wie damals gesagt wurde, war die Gründung ein notwendiger
Schritt zur Wiederbelebung der germanistischen Tätigkeit in unserem
Land nach einer Periode, in der sie sowohl durch behördliches, aber
auch durch individuelles Desinteresse zu erlahmen drohte, was manch
einen zu der Behauptung veranlaßt hatte, die Germanistik in Rumänien
sei so gut wie tot. Mit der organisatorischen Stärkung und vor allem
durch den
III. Kongreß der Germanisten
unseres Landes in Neptun konnte die Germanistik in Rumänien - wie
sich ein prominenter ausländischer Teilnehmer äußerte - "ein
kräftiges Lebenszeichen von sich geben".
Die
organisatorische Phase liegt in der Tat weitgehend hinter uns. Die
Gesellschaft der Germanisten besteht gegenwärtig aus 9 Zweigstellen
in Bukarest, Craiova, Constanta, Hermannstadt, Jassy, Klausenburg,
Kronstadt, Pitesti und Temeswar.(1997 wurde auch die 10.
Zweigstelle gegründet!) Erfaßt
wurden Germanisten (d. h. Deutschlehrer aller Unterrichtsstufen),
die in den bedeutendsten Hochschulen, Gymnasien und Volksschulen
unseres Landes tätig sind. Sie alle wollen die Ziele unseres Statuts
verwirklichen helfen: die germanistische Forschungsarbeit in den
Bereichen Linguistik, Literaturwissenschaft, Kultur und Landeskunde,
Interferenzen zwischen dem deutschsprachigen und dem rumänischen
geistigen Raum, die methodisch-didaktische Forschung und Praxis
sowie die Beziehungen zwischen den Germanisten in Rumänien und ihren
ausländischen Kollegen nach Kräften anzuregen und zu fördern.
Das
Landeskommitee hat bereits in den ersten Jahren nach Gründung der
Gesellschaft der Germanisten im März 1990 Anstrengungen unternommen,
um die Zweigstellen zu gründen und möglichst viele der jeweils dort
tätigen Germanisten an ihre Aktivitäten heranzuziehen. Dann war es
soweit, daß die meisten der Germanisten, die sich um die
Verwirklichung der vorher genannten Ziele bemühen, unseren
Gesellschafts-Zweigstellen beigetreten sind.
Dies
alles war nicht zuletzt durch die aktive, ja maßgebende
Unterstützung der traditionsreichen Germanistik-Lehrstühle im ganzen
Land möglich, denn an diesen Stätten genießen all diejenigen, die
später als Deutschlehrer aller Unterrichtsstufen eingesetzt werden,
ihre Aus- und Fortbildung. Hier werden viele der künftigen
Mitarbeiter in den germanistisch orientierten Kulturbereichen
(Redaktionen, Verlagshäusern etc.) ausgebildet und mit jenem Wissen
und geistigen Verhalten ausgestattet, die es ihnen ermöglicht,
sowohl im In- als auch im Ausland als gewichtige Mittler zwischen
verschiedenen Kulturen, Mentalitäten und Lebenserfahrungen zu
wirken. Die an den Germanistik-Lehrstühlen Ausgebildeten sind
unerläßliche Faktoren der europäischen, kultur- und
völkerverbindenden Annäherung und Verständigung, sie treten jedem
Anderen, Andersdenkenden, Anderslebenden mit Verständnis, Toleranz
und geistig-moralischer Würde entgegen. Das ist der Geist, in dem
wir, Germanisten in Rumänien, all das tun, was wir als sinnvolle
Tätigkeit bezeichnen.
1.
1993 wurde gemeinsam mit der "Rumänischen Gruppe für Angewandte
Linguistik" das Symposion zu Aspekten der zwischenmenschlichen
Kommunikation veranstaltet, das zu einem wissenschaftlichen
Höhepunkt geworden ist und zu dessen gutem Gelingen - neben dem
beispielhaften Einsatz von Frau Prof. Dr. Tatiana Slama-Cazacu
- unsere Kollegin Elisabeta Barbu in hohem Maße beigetragen
hat. Kleinere wissenschaftliche Tagungen wurden an mehreren Orten
durchgeführt (z. Z. findet eine solche in Klausenburg statt, so daß
unsere Kollegin, Dozent Dr. Elena Viorel, heute nicht nach Bukarest
kommen konnte). Infolge der sehr guten Zusammenarbeit mit dem
Bukarester Germanistik-Lehrstuhl, dessen Leiterin, Frau Prof. Dr.
Doina Sandu, diese
Aktivitäten sehr engagiert
mitorganisierte und unterstützte, und unter Beteiligung unserer
bulgarischen Kollegen aus Sofia und Veliko Tirnovo fanden zwei
bedeutende, mit der Österreich-Bibliothek gemeinsam Veranstaltungen
statt: das Symposion "Junges Theater in Österreich" und das Treffen
der Österreich-Bibliotheken aus Rumänien und Bulgarien. In
Zusammenarbeit mit dem Deutschlehrerverband in Rumänien, dem
Bukarester Goethe-Institut, dem Bukarester Germanistik-Lehrstuhl und
dem DAAD-Lektorat der Bukarester Technischen Universität wurde ein
Kolloqium zu Fragen der Landeskunde organisatorisch unterstützt.
Obwohl nur vom Germanistik-Lehrstuhl in Hermannstadt organisiert,
kann man behaupten, daß die dort im Mai 1995 abgehaltene, von
unseren Kollegen Doz. Dr. Gerhard Konnerth und Prof. Dr.
Horst Schuller Anger und ihren Mitarbeitern ausgezeichnet
organisierte wissenschaftliche Tagung durch die Beteiligung vieler
Mitglieder der dortigen Zweigstelle, aber auch vieler anderer
Gesellschafts-Zweigstellen zu einem weiteren bedeutenden Moment im
germanistischen Leben des Landes geworden ist.
Es wäre
in der Zukunft wünschenswert, daß alle Zweigstellen solche, nicht
unbedingt kostspielige, aber bedeutende und interessante Begegnungen
der Deutschlehrer aller Unterrichtsstufen veranstalten. Die
Zusammenarbeit mit den jeweiligen Lehrstühlen ist ja so
selbstverständlich, daß man eigentlich alle wissenschaftlichen und
didaktischen Veranstaltungen zur gemeinsamen Sache machen müßte.
Als
unumstritten bedeutendstes Ereignis der rumänischen Germanistik ist
unser III. Kongreß anzusehen. Sie alle wissen, worum es dabei
ging und wie er verlaufen ist. Es war unser aller Erfolg, denn als
ein solcher ist er von allen in- und ausländischen Teilnehmern
gewürdigt worden. Das jüngste sowie das demnächste erscheinende Heft
der "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" legen bestes Zeugnis
davon ab. Für das gute Gelingen dieser großen Veranstaltung war die
Mitarbeit zahlreicher Kolleginnen und Kollegen von wesentlicher
Bedeutung. Den Bukarester Germanisten (Doina Sandu, Grete
Klaster-Ungureanu, Speranta Stanescu, Ioan und Mariana Lazarescu,
Heidi Flagner, Maria Mihalciuc, Lora Constantinescu, Liselotte
Patrut und vielen anderen mehr) gilt dabei besonderer Dank für
ihren vorbildlichen, absolut kollegialen Einsatz bei der
Vorbereitung und Durchführung des Kongresses. Uneingeschränkter Dank
gebührt Frau Doz. Dr. Yvonne Lucuta, die die Initiative zu
diesem Kongreß ergriffen und unterstützt und sich vor allem um die
Beteiligung österreichischer Kollegen voller Begeisterung gekümmert
hat. Von ihrem menschlichen, zutiefst kollegialen Beistand gingen
nicht selten wesentliche Impulse zum Weitermachen in der
Vorbereitungsphase aus. An dieser Stelle gilt unser Dank allen
Kollegen unserer Gesellschafts-Zweigstellen, die diesen Kongreß nach
Kräften unterstützt haben: Elena Viorel, Gundula-Ulrike
Fleischer, Gerhard Konnerth, horst Schuller Anger, Sigrid
Haldenwang, Joachim Wittstock, Eleonora Pascu, Peter Kottler, Astrid
Agache, Grigore Marcu, Ana Stan, Laura Beatrice Petrescu, Anca
Sarlea, Gheorghe Ceraceanu. Und vielen anderen mehr, die wir um
Verständnis dafür bitten, daß wir an dieser Stelle sie alle nicht
erwähnen können. Unbedingt soll den Kolleginnen aus Constanta
besonders gedankt werden für die wertvolle Hilfe bei der
Vorbereitung und Durchführung des Kongresses, allen voran
Steliana Sotir und Elena Revutchi.
Dank
gebührt auch unseren ausländischen, in Rumänien tätigen Kollegen,
die durch ihre Anregungen und nicht zuletzt durch ihre Teilnahme am
Kongreß ihr Interesse für den Kongreß und ihre Achtung für die
hiesige Germanistik eindrucksvoll-kollegial bekundet haben. Dem
Bukarester DAAD-Gastlektor, Herrn Dr. Markus Fischer, sei
aufrichtig gedankt für seine aktive Unterstützung bei der
Vorbereitung des Kongresses sowie für seine Anregungen.
Allen
rumänischen und ausländischen Teilnehmern sei für ihr Mitwirken auf
dem Kongreß herzlichst gedankt.
Nicht
vergessen werden dürfen die Studenten aus Bukarest, die tatkräftig
mitgeholfen haben und in den Sektionen mit Vorträgen und auf dem
Schiff im Donau-Delta mit ihrem Stück aufgetreten sind. Auch den
Studenten aus anderen Städten gebühren Dank und Anerkennung. Alle
Studenten haben auf die ausländischen Gäste einen soliden Eindruck
gemacht.
Den
Mitveranstaltern und den rumänischen Sponsoren haben wir auf dem
Kongreß unseren Dank in angemessener Weise bereits ausgesprochen.
Besonders erwähnenswert ist die Unterstützung des damaligen
österreichischen Außenministers, Alois Mock, dem wir auch an
dieser Stelle denken möchten. Wir sind fest davon überzeugt, daß die
Mitveranstalter - ewie den bisher geführten Gesprächen entnommen
werden kann - auch beim nächsten Kongreß mitmachen werden, was zum
Ansehen unserer Verstaltungen dieser Art gewiß beitragen wird. ja
weitere Mitveranstalter haben ihre Bereitschaft dazu signalisiert:
die "Südosteuropa-Gesellschaft" aus München, die
Rumänische Kulturstiftung, die Stiftung Europäische Kultur.
Uns
erwarten also keine leichten Tage. Wollen wir gemeinsam auch diese
Aufgabe, diese Herausforderung an uns selbst in Angriff nehmen und
erfolgreich meistern!
2.
Unsere
"Zeitschrift der Germanisten Rumäniens"
lebt, dazu sogar recht kräftig, weiter. Als der DAAD-Präsident,
Prof. Dr. h.c.mult. Theodor Berchem das erste Exemplar in die
Hände bekam, drückte er seine Hoffnung aus, es mögen ihm weitere
Hefte folgen. Das ist inzwischen schon geschehen. Die "Zeitschrift
der Germanisten Rumäniens" genießt inzwischen ein ziemlich hohes
Ansehen nicht nurin unserem Land, sondern auch im Ausland. Sie wird
von nun an nicht mehr als ein bloßes Kuriosum, sondern als
ernstzunehmendes wissenschaftliches Publikationsorgan betrachtet, in
dem namen rumänischer neben Namen ausländischer Germanisten stehen.
Der Mitarbeiterkreis, der Kreis der Beiträger nimmt ständig zu, und
so entwickelt sich die Zeitschrift zu einem Forum germanistischer
Forschung und Information, in dem unsere KollegInnen ihre
Forschungsergebnisse veröffentlichen, aber auch ihren Standpunkt in
die allgemeine Diskussion über die verschiedensten uns
interessierenden Fragen einbringen können. Der etwas deffizitäre
Teil zu Fragen des Deutschunterrichts beginnt von Heft zu Heft
interessanter zu sein. Er soll noch vielfältiger werden und die
(auch hoch) schulische Arbeit in höherem Maße berücksichtigen. Die
Beiträge der Deutschlehrer, die die I.-Grad-Arbeit verteidigt haben,
sollten in geeigneter Form in der Zeitschrift erscheinen. Die
Gesellschafts-Zweigstellen sollten diesem Aspekt eine vorrangige
Aufmerksamkeit schenken. Denn dies alles ist keine Laune der
Redaktion oder der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, sondern
entspricht dem Wunsch unserer KollegInnen in den Schulen, die
Informationsmöglichkeiten vermissen.
Der
Vertrieb der "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" sollte
weitgehend verbessert werden, denn die Einnahmen liegen stets unter
den für die Herstellung der Zeitschrift notwendigen Ausgaben. Dank
einigen Sponsoren und dank der finanziellen Unterstützung des DAAD
(für dieses Jahr sind uns weitere 800,- DM in Aussicht gestellt
worden; (inzwischen ist der Betrag schon eingetroffen; "ZGR"-Red.))
ist die Existenz der "Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" für die
nächste Zukunft gesichert.
Auch die
redaktionelle Arbeit und Mitarbeit müsssen dem erreichten Niveau
angeglichen werden. Der Übergang zur selbständigen Eingabe der Texte
ist nicht glatt verlaufen. Die Mitarbeit bei den Korrekturen muß
sorgfältiger gemacht werden. Wir sind bereit, aus den bisherigen
Fehlern zu lernen, wir üben Selbstkritik, wo sie notwendig ist,
lehnen jedoch entschieden unprinzipielle Kritik ab, die vor allem
von Personen kommt, die Verantwortung dafür übernommen und diese
deshalb auch mittragen. Wie heißt es so schön: Nur wer nicht
arbeitet, begeht keine Fehler. Die logische Folgerung: Man möge mit
Hand anlegen! Dann darf man - in Kenntnis von den Schwierigkeiten -
auch kritisieren. Nichtsdestoweniger zum Trotz wird unsere
"Zeitschrift der Germanisten Rumäniens" weiter erscheinen und
bemüht sein, immer mehr eine Publikation von wissenschaftlichem und
intellektuellem Format zu sein.
Wir
begrüßten seinerzeit die Publikation des Deutschlehrerverbandes und
dürfen nun unsere Achtung und Freude darüber zum Ausdruck bringen,
daß neben den "Jassyer Beiträgen zur Germanistik" auch die
Hermannstädter "Germanistischen Beiträge" (jüngst ist das
Heft II erschienen) die Palette der germanistischen Publikationen in
Rumänien erweitert haben. Die "Zeitschrift
der Germanisten Rumäniens" wird mit ihnen stets in
Kontakt bleiben.
3.
Die Kontakte mit unseren ausländischen Kollegen nehmen ständig zu.
Der III. Kongreß war auch in dieser Hinsicht vorbildlich.
Auch der
Besuch von Prof. Dr. Paul Michel
aus Zürich und von Prof. Dr. Anton Schwob aus Graz sprechen
dafür, daß diesbezüglich noch viel mehr getan werden kann. Stets
freilich in engster Zusammenarbeit mit unseren
Germanistik-Lehrstühlen, mit allen Deutsch-Lehrstühlen im Land.
Unsere
Mitglieder vertreten ihrerseits die "Gesellschaft der Germanisten
Rumäniens" auf Germanistentagen in Deutschland und Österreich, auf
wissenschaftlichen Veranstaltungen in der ganzen Welt. Wir möchten
bei dieser Gelegenheit an alle KollegInnen unserer Zweigstellen
appelieren, auf solchen internationalen Begegnungen unsere
"Gesellschaft der Germanisten Rumäniens" zu vertreten und bekannt zu
machen. Je vielfältiger, je zahlreicher unsere Kontakte sind, umso
reicher werden wir an beruflicher und wissenschaftlicher Erfahrung.
Nicht nur mit der Inlandsgermanistik, von der wichtige Impulse für
uns alle ausgehen, sondern auch mit der Auslandsgermanistik, mit der
uns eine Menge ähnlicher Probleme vereinen, sollten wir unsere
Kontakte weiter pflegen und ausbauen. Die persönlichen Kontakte
machen ja die Kontakte der "Gesellschaft der Germanisten Rumäniens"
zur Fachwelt aus.
4.
Dem Bereich DaF-Unterricht müßte man noch mehr Aufmerksamkeit
schenken. Bei den Inspektionen in den Schulen kommen wir mit den
Problemen, Sorgen, mit der praktischen Erfahrung der dort tätigen
KollegInnen in direkte Berührung. Wir kennen sie. Wollen wir also
den Lehrplänen, den curricula, den Lehrbüchern, den Lehr- und
Lernmethoden, den landeskundlichen Aspekten auf allen
Unterrichtsstufen mehr wissenschaftlich-theoretisches, aber auch
mehr praxiorientiertes Interesse entgegenbringen. In diesem Sinne
gilt es, unsere Kontakte zum Unterrichtsministerium sowie zu den
Schulinspektoraten zu verstärken, um die Belange aller Hochschul-
und Gymnasiallehrer fach- und sachgerechter zu vertreten.
Diesbezüglich bietet sich ein gutes Feld der Zusammenarbeit mit dem
Deutschlehrerverband an, wo die Bereitschaft dazu signalisiert
worden ist. So ergriff man die gemeinsame Initiative, ein
Informationszentrum einzurichten, wo alle I.-Grad-Arbeiten
gesammelt werden, die somit allen zugänglich sein sollten. Die
KollegInnen, die Mitglieder beider Fachverbände sind, sollen Brücken
schlagen, damit gemeinsam interessierende Fragen besser und
schneller gelöst werden können. Die Kinder und ihre Zukunft dürfen
uns alle in gleichem Maße interessieren. Diesem Ziel fernliegende
Interessen sollten in den Hintergrund verdrängt werden.
5.
Noch mehr als bisher wollen wir die Studenten in die Tätigkeit der
"Gesellschaft der Germanisten Rumäniens" mit einbeziehen. Laut
Statut können die guten StudentInnen der letzten Studienjahre als
Mitglieder aufgenommen werden. So festigen wir auch unsere späteren
Kontakte mit ihnen in den jeweiligen Zweigstellen, wo sie tätig sein
werden.
6.
Unsere organisatorische Arbeit bedarf der weiteren Vervollkommnung.
Nachdem nun die Mühen des Anfangs doch weitgehend hinter uns liegen,
wollen wir mehr tun, damit organisatorisch alles besser klappt. Die
Beiträge - die übrigens kein Zwang sein sollten, da es uns in der
"Gesellschaft der Germanisten Rumäniens" nicht primär darum geht -
müßten regelmäßiger und korrekter eingesammelt werden. die
Buchführung sollte noch strenger durchgeführt werden, um jedem noch
so "freundlich" gemeinten Verdacht vorzubeugen. Wer sich
irrsinnigerweise vorstellt, daß diese ehrenamtliche Aktivität der
"Gesellschaft der Germanisten Rumäniens" nicht auch mit (manchmal
sehr hohem) persönlichem finanziellem und Zeit-Verlust verbunden
ist, der kann getrost um seine gesunde Naivität beneidet werden.
Eine
gute Prise selbstlose Begeisterung muß man schon in seinem Tornister
mit sich herumtragen, um für uns alle und somitauch für sich selbst
etwas Sinnvolles zu tun. Wir sind überzeugt, daß immer mehr jüngere,
aber auch erfahrene KollegInnen die Aktivitäten der "Gesellschaft
der Germanisten Rumäniens" mit ihrer intellektuellen Kraft
unterstützen und verstärken werden.
7.
Von den Stimmen und Gesten der Anerkennung unserer germanistischen
Tätigkeit darf ich ein bezeichnendes Moment erwähnen: Den Empfang
Bukarester Germanisten durch Seine Exzellenz, Herrn Botschaftler der
Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, Dr. Anton Roßbach, in
seiner Residenz. Dort wurden die bisherigen Leistungen der
Germanistik in Rumänien gewürdigt und der Beitrag der Bukarester
Germanisten besonders hervorgehoben. Das gibt uns Mut und zeigt, daß
wir auf dem richtigen Weg gehen. Die ständige Unterstützung durch
den Botschafter der Republik Österreich, seine Exzellenz Dr.
Ullmann, ist ebenfalls als ein Zeichen der Anerkennung unserer
Bemühungen um die erweiterung der bi- und multilateralen
germanistischen Kontakte anzusehen. Auch den früheren Botschaftern
dieser beiden Länder, Herrn Dr. Klaus Terfloth und Herrn Dr.
Christoph Parisini, die unsere "Gesellschaft der Germanisten
Rumäniens" stets unterstützt haben, sei an dieser Stelle gedankt.
8.
Zum Schluß gestatten Sie mir, bitte, dem bisherigen Präsidenten, zu
sagen, daß es mir eine unschätzbare Freude bereitet zu wissen,
diesem Fachverband - nach Kräften und in den besten Absichten - auf
die Beine verholfen zu haben. Nun kann er laufen. Sie, die Vertreter
der GermanistInnen und DeutschlehrerInnen unseres Landes, und nur
Sie allein, können bestimmen, wer die Verantwortung der
"Gesellschaft der Germanisten Rumäniens" weiter trägt. Diese Person
soll allerdings dieses Amt selbstbewußt und mit Würde tragen und
sich selbstaufopferungsbereit in den Dienst der rumänischen
Germanistik stellen.
Wir, das
bisherige Komitee, möchten Sie nun bitten, werte Kolleginnen und
Kollegen, das Wort zu ergreifen, um diesen knappen Bericht zu
ergänzen, um Vorschläge zur Verbesserung unserer Arbeit zu machen
und konstruktive Kritik an unseren Mängeln zu üben.
(Quelle:
Zeitschrift der Germanisten Rumäniens,
Heft 1-2
(7-8) 1995)
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