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  Vorschlag der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens 

für das Treffen von Vertretern europäischer Germanistenverbände aus Anlaß der

 Tagung: Germanistik im Europäischen Hochschulraum. Studienstruktur, Qualitätssicherung, Internationalisierung

(Freiburg, 16.-18. Juni 2005)

infolge ihrer auf dem Deutschen Germanistentag, München 2004, angenommenen Initiative

 zur Konstituierung einer Verbindungsgruppe der Europäischen Germanistenverbände (VEGV)

 

Im Bewußtsein ihrer kulturvermittelnden Tätigkeit als aktiver Auslandsgermanistik, die ihre eigene historisch gewachsene Tradition als Teil europäischer Kultur- und Bildungstraditionen begreift,

versteht sich die GGR als einer der die Einführung neuer Bildungsstrukturen im Einklang mit dem Bologna-Prozeß aktiv fördernden Fachverbände, wie sie die European University Association in ihrem jüngsten Evaluationsbericht: Trends IV, Les universités mettent en oevre les réformes de Bologne, mai 2005, definiert.

Getreu ihrer grundsätzlichen Position unternahm die GGR zusammen mit dem Bukarester Germanistiklehrstuhl sowie mit dem DAAD konkrete grenzüberschreitende Schritte im südosteuropäischen Hochschulraum - so jüngst die Regionaltagungen in Bukarest, 3.-5. Dezember 2004: Deutschlehrerausbildung in der Germanistik aus der Perspektive des Bologna-Prozesses - http://www.ggr.ro/Tag1De040.htm und in Sighişoara/Schäßburg, 10.-13. Februar 2005: Ein umfassendes Curriculum der Germanistik im Hinblick auf den Bologna-Prozeß - http://www.ggr.ro/TagFeb05.htm, deren Ergebnisse nun in Freiburg durch Prof. Speranţa Stănescu (Bukarest) vorgelegt werden. Die Tagungen schufen den Rahmen für einen ergiebigen nationalen und regionalen Erfahrungsaustausch über die Einführung der Vorgaben des Bologna-Prozesses, für offene und klärende Diskussionen über die Ausarbeitung der neuen Lehrpläne für das Zwei-Stufen-System sowie über Ansätze von orientierenden Rahmencurricula in der Ausbildung von Deutschlehrern sowie von marktwirtschaftlich gefragten Fachkräften.

Dabei hat sich erneut gezeigt, daß die GGR, die Germanisten in Rumänien und in der südosteuropäischen Region Lernen und Forschen als konstruktives Verarbeiten von im kollektiven Gedächtnis abgelagerten ebenso wie von hoch aktuellen Informationen und Erfahrungen zu Kenntnissen, Einsichten und Kompetenzen auch auf dem Gebiete einer immer mehr interkulturell orientierten, praxisnahen Germanistik begreifen und an die Neugestaltung der germanistischen Ausbildung ernsthaft und kreativ herangehen.

Angesichts des sich immer deutlicher abzeichnenden und durchsetzenden europäischen Hochschulraumes regte bekanntlich die GGR auf dem Deutschen Germanistentag (München, September 2004) die Gründung einer Verbindungsgruppe der Europäischen Germanistenverbände (VEGV) an, die die grenzüberschreitende fachinformelle Kommunikation zwischen den auslands- und inlandsgermanistischen Fachverbänden herstellen, reger gestalten und die einzelnen medienwirksamen Mittel (Publikationen, wissenschaftliche Tagungen sowie Homepages) vernetzen helfen soll. Zugleich sollten auch die weltweiten Kontakte mit außereuropäischen Fachverbänden der Germanistik hergestellt und entwickelt werden.

Der Vorschlag der GGR wurde in München begrüßt und angenommen. Eine Initiativgruppe zur Konstituierung der VEGV wurde gebildet.

In Ergänzung dieses Vorschlags regt die GGR als Mitglied der in München ernannten Initiativgruppe die Veranstaltung von regelmäßigen Treffen von Vertretern germanistischer Fachverbände Europas an, die von der Verbindungsgruppe (VEGV) gedacht und vorgeschlagen werden. Auf diesen Treffen, die als Folgetreffen in der europaweiten Zusammenarbeit im Bereich der Germanistik eine feste Tradition begründen sollen, könnten stringente, zukunftsweisende Aufgabenstellungen im Rahmen des laufenden Bologna-Prozesses besser definiert und Vorschläge und Anregungen zu deren Lösung unterbreitet werden. In diesem Prozeß auftretende und rechtzeitig erkannte Mängel und Fehlgriffe sollten ebenso zur Sprache gebracht wie Optimierungsvorschläge an die zuständigen staatlichen Einrichtungen weiter gereicht werden.

Als Mitglied der Intiativgruppe schlägt der Präsident der GGR im Namen des rumänischen Fachverbandes außerdem vor:

- Der Verbindungsgruppe der Europäischen Germanistenverbände (VEGV) gehören Vertreter einiger der aktivsten Germanistenverbände in Europa an, um die Gemeinsamkeiten und Eigentümlichkeiten ausfindig zu machen, sie besser zur Geltung kommen zu lassen und das gegenseitige Kennenlernen und die grenzüberschreitende Annäherung zu fördern. Der DAAD sowie andere Einrichtungen, die die Germanistik in Europa und weltweit fördern, müßten in der VEGV vertreten sein.

- Die VEGV schlägt alle zwei Jahre an verschiedenen europäischen Standorten stattfindende Folgetreffen vor,  organisiert und führt sie zusammen mit den die Germanistik fördernden Einrichtungen in Deutschland, Österreich und in ganz Europa durch. Die Treffen der Vertreter europäischer Germanistenverbände finden in der Regel aus Anlaß von laufenden germanistischen Konferenzen, Tagungen oder Kongressen statt, in deren Rahmen dem Treffen eine eintägige Sitzung anberaumt wird. Die am Treffen beteiligten Vertreter europäischer Fachverbände halten zugleich Vorträge auf der jeweiligen Fachtagung und setzen dadurch die theoretischen Grundsätze (Grenzüberschreitung, Interkulturalität,  fachinterne und fachübergreifende Kommunikation etc.) in die Praxis um.

Die GGR regt hiermit das erste Folgetreffen nach der Bildung der Verbindungsgruppe der Europäischen Germanistenverbände (VEGV) in Freiburg an und schlägt als möglichen Termin den 23. Mai 2006 im Rahmen des VII. Kongresses der Germanisten Rumäniens, der in der Zeit vom 22.-25. Mai 2006 in Timişoara/Temeswar stattfindet, vor.

- Eine der wichtigsten Aufgaben der europäischen Fachverbände besteht darin, die für die Bildung und Ausbildung zuständigen staatlichen Institutionen in ihren Bemühungen um die Einführung der neuen Strukturen beratend zu unterstützen, dabei eigene Korrektur- und Verbesserungsvorschläge zu übermitteln und schließlich die Öffentlichkeit über die laufenden grundlegenden strukturellen Veränderungen rechtzeitig und sachlich zu informieren.

- Spezifische Aspekte von Lehre und Forschung in der Inlands-, vor allem in der Auslandsgermanistik werden ausgelotet und verstärkt in den Mittelpunkt gemeinsamer Diskussionen gestellt, damit die von uns allen angestrebte und praktizierte Förderung der deutschen Sprache, Kultur und Literatur ihrer interkulturellen, völkerannähernden, nicht zuletzt aber auch arbeitsmarktorientierten Rolle gerecht werden kann.

- Zwecks schneller gegenseitiger Information wird eine gemeinsame Homepage der europäischen Germanistenverbände eingerichtet, die von der VEGV entwickelt und geführt, von den auf den Folgetreffen tagenden Vertretern europäischer Germanistenverbände ständig vervollkommnet und ergänzt bzw. optimiert wird. Die eigenen Homepages der Germanistenverbände nehmen Verlinkungen auf die über die gemeinsame Homepage abrufbaren Grundsatzmaterialien von grenzübergreifender Bedeutung und von innovativer Ausstrahlungskraft vor,  übersetzen diese auch in die jeweilige Landessprache und machen sie über die einzelnen Homepages in der jeweiligen Landessprache zugänglich.

- Angesichts der prekärer gewordenen Situation des Deutschunterrichts und der Germanistik, mit der sich ganz besonders die Auslandsgermanistiken konfrontiert sehen, betont die VEGV die Notwendigkeit der Kommunikation der einzelnen Germanistenverbände mit der Studenten- und der Schülerschaft und deren Verbänden im eigenen Land und unterstützt Schritte zur Förderung des meist vorhandenen Interesses für die deutsche Sprache, Kultur und Literatur, damit perspektivisch der germanistische Lehr- und Forschungsbetrieb mit qualifiziertem Nachwuchs langfristig gesichert werden kann. In einer Welt der Vielsprachigkeit werden auf diese Weise auch die einzelnen germanistischen Traditionen fortgeführt, an die neuen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft im europäischen Hochschulraum angepaßt und die gegenwärtigen Leistungen europaweit vernetzt.

Die GGR rechnet mit weiteren konkreten Anregungen zur effizienteren Gestaltung von Aufgaben und Zielsetzungen der Verbindungsgruppe der Europäischen Germanistenverbände (VEGV), die unsere Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa auf dem Freiburger Treffen machen werden.

Bukarest und Frankfurt (Oder), den 9. Juni 2005

Für die GGR
Prof. Dr. George Guţu,
Präsident der GGR,

www.e-scoala.ro

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