Grußwort von Prof. Dr. George Guţu an die internationale GGR/DAAD-Tagung “Deutschlehrerausbildung in der Germanistik aus der Perspektive des Bologna-Prozesses”, Bukarest, 3.-5. Dezember 2004
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, mit großer Freude darf ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Gäste der internationalen Tagung “Deutschlehrerausbildung in der Germanistik aus der Perspektive des Bologna-Prozesses” in Bukarest herzlich begrüßen. Das Interesse, das diese Initiative der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und des Bukarester Germanistiklehrstuhls, der übrigens im nächsten Jahr seinen 100. Geburtstag feiern wird, bei den uns finanziell und logistisch unterstützenden Einrichtungen – Universität Bukarest, DAAD, Goethe Institut – ebenso wie bei vielen Kolleginnen und Kollegen aus unserer Region erweckt hat, ist ein gutes Zeichen dafür, daß wir uns gemeinsam ernsthaft Gedanken machen über den ständing fortschreitenden Internationalisierungs- und Erneuerungsprozeß der Hochschulen sowie über die Wege und Mittel zur Bewältigung aller sich daraus für uns ergebenden komplizierten Aufgaben. Diese Bereitschaft signalisiert den Willen, unser Kreativitäts- und Innovationspotential voll in den Dienst unserer Hochschulen und ihrer Aufgaben zu stellen, um vor allem die Umstellung von Lehre und Forschung auf die neue europaweite Perspektive des sogenannten Bologna-Prozesses unter optimalen Bedingungen durchzuführen. Willkommen sind Meinungen und Gegenmeinungen, Vorschläge und Einfälle, die im Rahmen unserer Diskussionen dazu beitragen sollen, sowohl die neuen Zielsetzungen, die neu strukturierten Lehrinhalte als auch die dafür notwendigen didaktisch-methodologischen Vorgehensweisen möglichst genau zu umreißen. Dazu werden erfahrene Kolleginnen und Kollegen aus dem deutschsprachigen und nichtdeutschsprachigen Raum ihre Meinungen darlegen – es sei ihnen allen dafür gedankt, daß sie nach Bukarest gekommen sind. Unter Berücksichtigung der Spezifik des Germanistik-Studiums, der bisherigen Erfahrungen in unseren Ländern, der unabdingbaren Beziehungen zu den sogenannten Inlandsgermanistiken sowie der Auslandsgermanistiken untereinander sollen Lösungen vorgeschlagen werden für die primäre Aus- sowie für die Fortbildung der Germanisten, vor allem derjenigen, die in den Schulen die schwere, aber dankbare, Aufgabe von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern übernehmen. Die europäischen Tagungen zu grundsätzlichen Fragen des Bologna-Prozesses, die in diesem Jahr in Berlin und München stattgefunden haben, haben gezeigt, daß das traditionelle Philologiestudium reformiert, neu bedacht und an die Erfordernisse des heutigen Bildungs- und Arbeitsmarktes angepaßt werden muß, ohne es jedoch auf ein schlichtweg einfaches Spracherlernen herabzusetzen. Den Mittelweg zwischen berechtigtem Allgemeinbildungsanspruch und pragmatischer Wissensvermittlung zu finden, ist alles andere als leicht – jedoch absolut notwendig, um sowohl heutigen Aufgaben als auch künftigen Herausforderungen gerecht zu werden. Ich bin überzeugt, daß es durch unsere vereinten Anstrengungen und Überlegungen möglich sein wird, auslands- wie inlandsgermanistisch vertretbare Curricula auszuarbeiten und anzuwenden und fachgerechte Lösungen für die Deutschlehrerausbildung in der Germanistik ausfindig zu machen. Eine Überprüfung in und durch unsere künftige Praxis wird die nötigen Änderungen und Anpassungen mit Nachdruck sichtbar machen. Dem DAAD gilt unser Dank für die Hellhörigkeit in bezug auf die Belange des auslandsgermanistischen Germanistikstudiums, bzw. für die ständige finanzielle und moralische Unterstützung der GGR und der Germanistik in Rumänien insbesondere. Auch dem Bukarester Goethe Institut sei an dieser Stelle gedankt für seine gute, traditionell gewordene konstruktive Zusammenarbeit mit der rumänischen Germanistik, mit dem Bukarester Germanistiklehrstuhl. Und wir sind uns sicher, daß auch die Leitung der Universität Bukarest sowie jene der Fakultät für Fremdsprachen, denen wir ebenfalls unseren Dank aussprechen, trotz konjunkturbedingter Schwierigkeiten die Möglichkeiten finden wird, unsere Lehr- und Forschungstätigkeit weiterhin zu unterstützen. Nur durch die qualifizierte Unterstützung der genannten Einrichtungen und nur durch die hohe Fachkompetenz und den vollen Einsatz aller an den Hochschulen unserer Region tätigen Germanistinnen und Germanisten wird es gewiß möglich sein, die Qualität von Lehre und Forschung zu verbessern und dadurch zur weiteren Europäisierung bzw. zur Internationalisierung der Hochschulreform beizutragen. Zum Schluß möchte ich allen Kolleginnen und Kollegen, die diese Tagung organisiert haben, ebenfalls auf das herzlichste danken. Mit dem Bedauern, in diesen Tagen nicht in Bukarest mit Ihnen sein zu können, gestatten Sie mir, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste, Sie alle im Namen der GGR und des Bukarester Lehrstuhls noch einmal auf dieser Tagung willkommen zu heißen und der Tagung vollen Erfolg zu wünschen.
Prof. Dr. George Guţu, Präsident der GGR, Leiter des Germanistiklehrstuhls der Universität Bukarest
Frankfurt/Oder, den 30.11.2004 |
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