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Istanbul, den 29. November 2007 Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Abteilung für Deutschlehrerausbildung der Universität Istanbul und das Goethe-Institut Istanbul laden Sie hiermit herzlich zu dem Folgesymposium der Fachtagung in Thessaloniki vom 3. bis 4. April 2008 in Istanbul ein. Thema des Symposiums: „Perspektiven zur Neustrukturierung der Studiengänge Deutsch als Fremdsprache in Südosteuropa“. Eingeladen sind vor allem die Dozentinnen und Dozenten, die beim letzten Mal in Thessaloniki dabei waren, des weiteren auch neue Kolleginnen und Kollegen, die einen Studiengang mit einem Schwerpunkt in Methodik-Didaktik DaF haben und nach sinnvollen Modellen für die Umstrukturierung im Hinblick auf Bologna suchen. Die Ziele der Fachtagung haben wir in einem Anhang präzisiert. Folgendes Programm ist geplant (das ausführliche Programm finden Sie im Anhang): Donnerstag, 3. April 2008, 16.30 Uhr · Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Frank G. Königs, Philipps-Universität-Marburg: „Überlegungen zur Neustrukturierung von Studiengängen Deutsch als Fremdsprache“Abends: Empfang der Universität Istanbul Freitag, 4. April 2008 Vormittags: Länderberichte: Veränderungen seit dem Symposium in Thessaloniki 2005 Nachmittags:
Samstag, 5.April 2008 Vormittags: Stadtführung in Istanbul/alternativ bei gutem Wetter: Bosporusfahrt Für einen Vertreter jeder Universität sind Unterkunft und Verpflegung frei. Die Fahrtkosten für ausländische Gäste können wir Ihnen bis maximal 200,- Euro (Erstattung gegen Einreichung des Belegs) auszahlen. Der Betrag für Fahrtkosten der inländischen Teilnehmer kann maximal bis zu 70,- Euro erstattet werden. Der Betrag wird Ihnen in Istanbul ausgezahlt. Wir möchten Sie bitten, sich verbindlich bis zum 4. Januar 2008 bei folgender E-Mail Adresse anzumelden: merten@istanbul.goethe.org Wir würden uns freuen, wenn wir ‘alte’ und ‘neue’ Kollegen bei unserem Symposium begrüßen könnten. Mit freundlichen Grüßen
EXPOSÉ Fachtagung „Perspektiven zur Neustrukturierung der Studiengänge Deutsch als Fremdsprache in Südosteuropa“ 3. und 4. April 2008 an der İstanbul Üniversitesi, Istanbul A Ausgangslage Der Bologna-Prozess Das Hochschulwesen in Europa befindet sich in einem grundlegenden Umstrukturierungsprozess, von dem das Fach Deutsch als Fremdsprache nicht ausgenommen ist. Die weitreichenden Reformen im Rahmen des sog. Bologna-Prozesses umfassen zahlreiche Veränderungen: Benannt nach der „Bologna-Erklärung“, die 1999 im Rahmen einer Konferenz der Bildungsminister von 29 europäischen Staaten in Bologna verabschiedet wurde, bezeichnet der Begriff „Bologna-Prozess“ die Bestrebungen, bis 2010 einen gemeinsamen Europäischen Hochschulraum zu schaffen. Kernelemente dieser Reformen sind etwa
Die einzelnen Länder haben die Möglichkeit, ihre eigene Profilgebung zu entwickeln, diese muss aber mit den international geltenden Regelungen kompatibel sein. Zum Zeitpunkt der Konferenz in London (Mai 2007) gibt es 45 Unterzeichnerstaaten der Bologna-Erklärung, darunter Albanien, Bosnien and Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Griechenland, Montenegro, Mazedonien, Rumänien, Serbien, Türkei. Konsequenzen für die Studienordnung DaF Vor diesem Hintergrund muss auch der Studienverlauf für Deutsch als Fremdsprache bzw. Auslandsgermanistik adäquat strukturiert und die neuen Studiengänge müssen ausgestaltet werden. Die intendierte Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen und die Diskussion der fachlichen Mindeststandards und Kerncurricula spielen dabei eine wesentliche Rolle. Mit Blick auf den Europäischen Hochschulraum ist - bei allen Unterschieden zwischen der DaF in den deutschsprachigen Ländern und der Auslandsgermanistik - eine internationale Abstimmung bei der Konzeption der neuen Studiengänge gefordert. Nur so kann im Rahmen der modularisierten Studiengänge die Anerkennung der im Ausland oder an einer anderen Hochschule im Inland erbrachter Studienleistungen gewährleistet und die Mobilität gefördert werden. Der Bologna-Prozess bietet der Auslandsgermanistik/DaF die Chance und die Notwendigkeit zum Überdenken der Fachinhalte und Fachkonzepte, zur Abstimmung der sinnvollen Mindeststandards und zur ortspezifischen Profilierung durch Analyse der Schwerpunkte, Stärken und Schwächen. Gegenstände des Studiengangs DaF Der Studiengang Deutsch als Fremdsprache hat sich inzwischen als von der Germanistik unterschiedenes eigenständiges Fach etabliert, das die Studierenden auf ihre Aufgaben als DaF-Lehrkräfte für Lernende Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache vorbereiten soll. Um sie von den auslandsgermanistischen Studiengängen zu unterscheiden, werden als DaF-Studiengänge im Ausland diejenigen definiert, die einen Schwerpunkt in Methodik/Didaktik haben („DaF-bezogene Auslandsstudiengänge“). Als curriculare Basis aller BA/MA-Studiengänge „Deutsch als Fremdsprache“ hat der Fachverband Deutsch als Fremdsprache (FaDaF) folgende unverzichtbare Gegenstände der wissenschaftlichen Beschäftigung in Studiengängen Deutsch als Fremdsprache definiert, in denen das eigenständige Profil des Faches deutlich wird: 1. Unverzichtbare Gegenstände eines Studiengangs Deutsch als Fremdsprache sind - die deutsche Sprache als fremde Sprache; - die Kultur und Gesellschaft des deutschsprachigen Raums in der Fremdperspektive (unter Einbeziehung der deutschsprachigen Literatur); 2. Bachelor DaF: Die im Folgenden genannten zentralen Kenntnisse und Fähigkeiten (Kompetenzen), die im Rahmen eines Bachelorstudiums in Deutsch als Fremdsprache zu erwerben sind, beinhalten alle eine interkulturelle Ausrichtung, können ansonsten jeweils weiter spezifiziert, gewichtet und ergänzt werden: • Methoden, Modelle und Theoriekonzeptionen der Sprachwissenschaft kennen und für die vermittlungsbezogene Analyse und Beschreibung des Deutschen als Fremdsprache anwenden können; • Theorien, Methoden und Ergebnisse der Erforschung des Lernens und Lehrens von Deutsch als Fremdsprache kennen und kritisch mit ihnen umgehen können, sodass dieses Wissen in beider Planung, Durchführung und Evaluation des Unterrichts Deutsch als Fremdsprache mit einbezogen werden kann; • Formen und Funktionen der deutschen Sprache mit „fremden Augen“ sehen und auch im Vergleich mit anderen Sprachen analysieren und beschreiben sowie für die Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache nutzbar machen können; • Materialien zur Landeskunde bzw. zu Kulturstudien der deutschsprachigen Länder und Gesellschaften recherchieren, dokumentieren, analysieren und für Vermittlungsprozesse didaktisieren können; • Theorien und Modelle der Literaturwissenschaft kennen und auf die Analyse und berufsfeldbezogene Vermittlung literarischer Texte anwenden können; • Lehr- und Lernprozesse planen und evaluieren können und dabei Verfahren der Beobachtung, Protokollierung, Planung, Durchführung und Analyse von Lehr- und Lernprozessen einsetzen können. 3. Master DaF Alle für den Bachelor DaF formulierten Basiskompetenzen sind als Grundvoraussetzung für die Master-DaF-Studiengänge, sowohl die konsekutiven als auch die weiterbildenden, anzusehen, in denen sie vertieft und erweitert werden.1 Anm.1: http://www.fadaf.de/de/daf_angebote/studieng_nge/grundsatzpapier.pdf Probleme der Umsetzung Europaweit werden für das Fach DaF und die DaF-bezogenen Auslandstudiengänge neue Inhalte und Strukturen für das Studium erarbeitet, jedoch erschweren bei der Neudefinition und Implementierung der Studiengänge inhaltliche und strukturelle Schwierigkeiten, aber auch mangelnder Reformwille und politische Widerstände den Reformprozess. Dabei gibt es Spannungsfelder zwischen staatlichen Behörden und den Universitäten, aber auch zwischen Hochschulen und einzelnen Studienfächern. In vielen europäischen Ländern ist die Umstrukturierung staatlich verordnet worden, andererseits fällt es besonders zentralen Bildungsministerien nicht leicht, den Universitäten mehr Spielraum zu gewähren. Trotz der Unterzeichnung des Bologna-Abkommens ist es in Griechenland zurzeit gesetzlich nicht erlaubt, den Bachelor/Masterstudiengang DaF als Studiensystem einzusetzen; in der Ukraine gilt der Bachelor-Abschluss nicht als vollendetes Studium. Auf der anderen Seite ist auch der Reformwille an Universitäten teils wenig ausgeprägt: Die serbische Germanistik „beteiligt sich an den zahlreichen im Rahmen der Inlandsgermanistik geführten Diskussionen um ein Kerncurriculum meistens überhaupt nicht“, der philologische Bereich wird „überwiegend als nicht reformwillig angesehen“ 1. In Bulgarien wurde bereits 1997 ein neues Curriculum für die Deutschlehrerausbildung entwickelt, dieses konnte „als ganzes fast an keiner Universität eingesetzt werden, weil das Gesetz der Hochschulautonomie interne institutionelle Studienbedingungen und Studienpläne zulässt.“2 In der Türkei erarbeitet eine AG aus Vertretern der Deutschlehrerabteilungen ein neues Curriculum, wobei sich nur etwa die Hälfte der Universitäten engagiert – Beispiele, die sicher in ähnlicher Form auf alle Länder zutreffen dürften.Neben den politischen und organisatorisch-strukturellen sind auch die inhaltlichen Probleme, vor denen die mit curricularen Fragestellungen beschäftigten Fachvertreter an den Universitäten stehen, mannigfaltig.
Anm. 1: Durbaba, Olivera: DaF-Ausbildung in Serbien und Montenegro. In: Casper-Hehne, H./Koreik, U./Middecke, A. (Hrsg.) (2006): Die Neustrukturierung von Studiengängen Deutsch als Fremdsprache: Probleme und Perspektiven. Universitätsverlag Göttingen. Anm. 2: Kamburov-Milanova, Ivanka: Deutsch als Fremdsprache in Bulgarien. In:Berberoglu,P./Kiliari,A./Perperodis,G./Wolfrum,J. (Hrsg.) (2006): Symposium Deutsch als Fremdsprache in Südosteuropa“, Thessaloniki, S. 33
B Ziele des Fachkongresses
C Programminhalte:
Frank G. Königs (Philipps-Universität-Marburg): Überlegungen zur Neustrukturierung von Studiengängen Deutsch als Fremdsprache in der DaF-bezogenen Auslandsgermanistik. Grundlegende Forderungen von Bologna und die Möglichkeit ihrer Realisierung im Ausland. Welches sind die Kernkompetenzen, die ein Studierender des Faches DaF erwerben muss, in welche Module können diese aufgeteilt und beschrieben werden? Wie kann ein Kerncurriculum für DaF in SOE aussehen, das anschlussfähig für die unterschiedlichen Facetten des Berufsfeldes und die individuellen Profile der Universitäten ist? Wege zur Lösung der o.g. Umsetzungsprobleme. Wie lässt sich eine inhaltliche Verflechtung mit ausländischen Partneruniversitäten (Netzwerk SOE) praktikabel erreichen (wo die Module der jeweiligen Partnerhochschulen nicht nur das gleiche Label tragen, sondern auch – im Sinne der Qualitätssicherung –garantiert wird, dass die Inhalte der Module auch den Auffassungen vom Fach DaF entsprechen)? Welche sprachpolitischen Initiativen - wegen der erkennbaren Widerstände gegen die inhaltliche Umstrukturierung nach Bologna an den Lehrstühlen und Ministerien – sind nötig und praktikabel? 2. Länderberichte: Veränderungen seit dem Symposium in Thessaloniki 2005 (max. 7 Minuten) 3. Best Practice: Modelle innovativer gegenwärtiger Ausbildungskonzepte in den Ländern der Region 4. Arbeit in Sektionen Arbeitsgruppe 1: Curriculare Standards und Modularisierung (mit Impulsreferat) Arbeitsgruppe 2: Qualitätsstandards und Evaluation (mit Impulsreferat) Arbeitsgruppe 3: Schlüsselqualifikationen (mit Impulsreferat) Arbeitsgruppe 4: Schulpraktische Studien (mit Impulsreferat) 5. Plenum und abschließende Diskussion Diskussion der politischen Auswirkungen der gemeinsamen Überlegungen, Formulierung von Thesen und Empfehlungen als Basis für die weiteren Umstrukturierungsbemühungen und als Grundlage von Lobbyarbeit Quelle: http://www.istanbul.edu.tr/index.php
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